Die Bäume existieren also um einiges länger als der Mensch. Sie machten die Erde bewohnbar indem ihre Wurzeln das Land festigten. Und schon immer war der Mensch von ihnen abhängig. Bäume lieferten Unterschlupf, Nahrung, Heilmittel, Werkzeuge und Brennstoffe. Was aber am wichtigsten ist – Bäume liefern den Lebensnotwendigen Sauerstoff.


Kommunikation mit Bäumen


Bäume haben eine vollkommen andere Lebenserwartung als wir. Durch ihr hohes Alter können sie uns Vater und Mutter oder Großvater und Großmutter sein.
Vieles haben sie erlebt und gesehen von dem sie uns erzählen könnten. Man muss nur lernen mit ihnen zu kommunizieren. Dazu bedarf es Ruhe, Geduld und Zeit. Denn haben Bäume ein Zeitgefühl? Wenn es für sie etwas wie die Zeit gibt, dann ist ihr Verständnis dafür wahrscheinlich nicht mit unserem zu Vergleichen.
Wir können viel von Bäumen lernen. Ihre Weisheit ist groß.
Die Schamanen aus vielen Regionen der Welt glauben, das jeder Baum , wie auch jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze, eine eigene Seele haben. Mit dieser Seele , oft als Pflanzendeva bezeichnet, kann man Kontakt aufnehmen, sei es durch Meditation oder schamanischen Techniken. Jedes dieser Devas hat einen ganz eigenen Charakter.
Ebenso werden bestimmten Baumfamilien/ Gattungen/ Arten besondere Eigenschaften zugeschrieben.
Durch die Beschäftigung mit der jeweiligen Baumart kann man besondere Eigeschaften erlernen und/ oder vertiefen.


Bäume in verschiedenen Kulturen


Schon immer waren sie deswegen dem Menschen heilig. In allen Kulturen wurden Bäume verehrt. Sie sind fester Bestandteil der Mythologien.

So wird von Bäumen berichtet denen man auf keinen Fall Schaden soll wie dem Holunder. In ihm wohnt die Göttin Holla. Sie galt bei den Germanen als Schützerin des Heims. Ihr zu ehren wurden dem Holunderbusch Opfer dargebracht.

Im japanischen Shinto liegen die Schreine der Götter oft im dichten Wald, denn es ist verboten in der Umgebung eines Schreins Bäume zu fällen

Im Buddhismus hat der Feigenbaum eine große Bedeutung. Unter ihm fand Siddhartha seine Erleuchtung. Der Feigenbaum wird hier auch als Bodhi – Baum bezeichnet. Das bedeutet soviel wie Baum des Wissens.

Auch im Hinduismus ist es der Feigenbaum der ungerne gefällt wird weil er als heilig gilt. Der Gott Vishnu soll unter einem Feigenbaum geboren worden sein.


Bäume bei den Kelten


Die Kelten unterrichteten ihre Schüler in Eichenwäldern. Ebenso übten sie ihre Religion nicht in eigens erbauten Tempeln, sondern in heiligen Hainen, den sogenannten Nemetons, aus. Denn wo sind einem die Götter näher als in den Wäldern?
Das Wort „ Druide“ stammt wahrscheinlich von der Silbe Dru, die auch Eiche bedeutet
Unter Bäumen wurden feste gefeiert und unter ihnen wurde Recht gesprochen und Urteile vollstreckt.
Die Bäume hatten für die Kelten eine tiefe Bedeutung


Die Schlacht der Bäume
Câd Goddeu

Die Wipfel der Buche
Haben jüngst erst geknospt,
Sind verändert und verjüngt
Aus Ihrem welken Zustand.

Wenn die Buche gedeiht
Trotz Bannfluch und Litaneien,
Die Eichenwipfel sich verflechten,
Dann ist Hoffnung für die Bäume.

Ich plündere den Farn,
Alle Geheimnisse ergründe ich,
Der alte Math ap Mathonwy
wusste nicht mehr als ich.

Mit neun Arten von Eigenschaften
Hat Gott mich begabt:
Ich bin die Frucht von Früchten,
Gebrockt von neun Arten von Bäumen -

Pflaume, Quitte, Heidelbeer, Maulbeer,
Himbeer, Birne,
Schwarzkirsche und Weißkirsche
Und die Elsbeere sind Teil von mir.

Von meinem Sitz in Fefynedd,
Einer stark bewehrten Stadt,
Sah ich die Bäume und Pflanzen
Fort eilen.

Zurückweichend vor dem Glück
Wurden Sie gern gefasst
In die Form der Hauptbuchstaben
Des Alphabets.

Wanderer staunten,
Krieger waren erschreckt
Über das Wiederaufleben der Konflikte,
Von Gwydion ausgeheckt;

Unter der Zungenwurzel
Ein höchst schrecklicher Kampf,
Und ein anderer tobt
Hoch im Hinterkopf.

Die Erlen in der ersten Reihe
Begannen mit dem Gemetzel.
Weide und Eberesche
Traten verspätet in die Schlachtreihe.

Die Steineiche, dunkelgrün,
Hielt entschlossen stand;
Sie ist bewaffnet mit vielen Speerspitzen,
Die verwunden die Hand.

Unter den stampfenden Füße der schnellen Eiche
Dröhnten Himmel und Erde;
"Mannhafter Wächter der Pforte"
Heißt ihr Name in allen Sprachen.

Groß war der Stechginster in der Schlacht
Und der Efeu in seiner Blüte;
Der Haselstrauch war Schiedsrichter
In dieser verzauberten Zeit.

Ungeschlacht und wild war die Tanne,
Grausam der Eschenbaum -
Weicht keinen Fußbreit zur Seite,
Direkt aufs Herz zielt er.

Die Birke, obwohl sehr edel,
Bewaffnete sich erst spät:
Ein Zeichen nicht von Feigheit,
sondern von hohem Stand.

Das Heidekraut spendete Trost
Dem von Mühen erschöpften Volk,
Die ausdauernden Pappeln
Brachen oft in der Schlacht.

Etliche wurden verworfen
Auf dem Feld der Schlacht
Wegen der Lücken, die Ihnen schlug
Des Feindes große Macht.

Sehr zornig war der Weinstock,
Dessen Helfer die Ulmen sind;
Ich preise sie vorzüglich
Den Herrschern der Reiche.

Starke Häuptlinge sind der Schwarzdorn
Mit seiner üblen Frucht,
Der unbeliebte Weißdorn
Mit ähnlichem Gewand.
Das rasch verfolgende Schilf,
Der Besenginster mit seiner Brut,
Und der Stechginster benahm sich wüst,
Bis er gezähmt ward.

Die Gaben verschenkende Eibe
Stand finster am Rand der Schlacht,
Und der Holunder, der langsam brennt,
Inmitten sengender Feuer.


Und der gesegnete Wildapfel,
Lachend vor Stolz,
Aus dem Gorchan des Maeldrew
Neben der Felswand.

In Verborgenen blühen
Liguster und Geißblatt,
Unerfahren im Kampfe;
Und die ritterliche Kiefer.

Aber ich, wenngleich verachtet,
Weil ich nicht groß war,
Kämpfte, Ihr Bäume, in Euren Reihen
Auf dem Feld von Goddeu Brig



Weltenbaum:
Der Baum wurde als Vermittler zwischen Himmel und Erde angesehen. Seine Wurzeln die sich in der Erde verzweigen und seine Äste die sich gen Himmel strecken.
In vielen Kulturen gibt es den Weltenbaum der die Erde zusammenhält.
Bei den Babyloniern wird der Weltenbaum Xikum genannt. Er repräsentiert die Göttin Ishtar
Bei den Germanen ist es die Weltenesche Yggdrasil
Ebenso gibt es in der jüdischen Kabbala einen Welten/Lebensbaum
Im Hinduismus bilden die drei Götter Brahma, Vishnu und Shiva die drei Stämme des Weltenbaums
Bei den Mayas ist ein Weltenbaum namens Wacah Chan bekannt