Die Spinne

Wie die Krähe hat die Spinne einen eher schlechten Ruf, zumindest bei uns. Viele haben Angst vor ihr, oder besser gesagt, sie ekeln sich vor dem achtbeinigen Tier, dabei können nur wenige Spinnenarten dem Menschen gefährlich werden.
Die Spinne besitzt in ihrem Unterleib Drüsen, mit denen sie Seidenfäden produzieren kann. Mit diesen werden die Eier zum Schutz umwoben (Kokons) oder sie werden zum Fangen von Nahrung verwendet – zum berühmten Spinnennetz geformt.
Außerdem können die Jungspinnen an einem langen Faden vom Wind zu einem neuen Lebensraum getragen werden (man denke an den Altweibersommer).

Die Spinne ist eine große Weberin und durch diese Eigenschaft ein Sinnbild der Nornen. Sie webt den Faden, bringt ihn auf’s Beste im Netz unter und setzt ihm bei Bedarf ein jähes Ende: Vergangenheit – Gegenwart - Zukunft.
Bei manchen Stämmen der nordamerikanischen Ureinwohner galt die Spinne als Schöpfergöttin. Sie soll die Sterne, Sonne und Mond erschaffen, sowie den Tod und den Zerfall erfunden haben. Auch die Erde können wir ihr verdanken, deren Schöpfung allerdings nicht abgeschlossen ist, da die Spinne immer weiter an ihr arbeitet. Außerdem wird die Spinne als „Großmutter Spinne“ bezeichnet und hat manchmal, wie Kojote und Krähe, Persönlichkeitsanteile des „Tricksers“.

Ihr Netz ist desweiteren ein Symbol für Harmonie und Symmetrie und die von ihm gebildeten Muster sollen als Vorbild für die ersten Buchstaben hergehalten haben. Als Schutz vor schlechten Träumen findet man es in Gestalt des Dream Catchers wieder.
Da sie durch ihr Netzt in direkt Kontakt mit den Schwingungen der Außenwelt steht, ist die Spinne sehr sensitiv und sensibel. Das leiseste Vibrieren der Fäden gibt ihr eine Vorstellung dessen was geschieht und läßt sie im rechten Augenblick blitzschnell zuschlagen.

Die Spinne hat einen großen Bezug zur Weiblichkeit, einer oft angstmachenden und vielleicht als „dunkel“ anzusehende Weiblichkeit. Sie erinnert an das alles verschlingenden Weib, da ein Männchen, dass nach der Begattung nicht schnell genug das Weite sucht, leicht als Mahlzeit des Spinnenweibchens sein Ende finden kann. Hier kann es allerdings lohnend sein auch mal einen Gedanken daran zu verschwenden, dass das Spinnenweibchen nachdem es die Eier in Kokons abgelegt hat selbst stirbt.

Weiterhin ist unsere geschickte Weberin ein Symbol der Ewigkeit. Dies liegt nicht nur an ihrer unermüdlichen Arbeit beim Schöpfen der Welt oder dem Schicksal. Ihr Körper hat die Form einer Acht. Und wie die meisten vermutlich schon wissen ist eine auf der Seite liegende Acht eins der bekanntesten und weitverbreitesten Symbole von Unendlichkeit und Ewigkeit.