Phytotherapie
Die Phytotherapie ist die älteste Medizin des Menschen. Seit Urzeiten bedient er sich der Heilkraft der Pflanzen in seiner Umgebung.. Spuren die auf die Benutzung von Kräutern hinweisen, lassen sich bis 60 000 v. Chr. zurück verfolgen. Aus alten Überlieferungen geht die große Bedeutung,, die Pflanzen auf Naturvölker und Hochkulturen hatten, hervor.
Erste schriftliche Zeugnisse über die Anwendung von Heilpflanzen, ritzen die Sumerer , ende des 3. Jahrtausend v. Chr. in Tontafeln. Sie wurden in den Ruinen von Nippur, Mesopotamien gefunden und gelten als die älteste medizinische Abhandlung überhaupt.
3700 v. Chr. verfaßte ein chinesischer Kaiser, namens Shin-nong , bereits Bücher über Die Pflanzenheilkunde.
In Ägypten und Indien wurde Die Phytotherapie mit der religiösen Lehre vermischt und von Priestern angewandt. In der Universitätsklinik von Leipzig wird der Papyrus Ebers aufbewahrt , der ca. 1500 v. Chr. erstellt wurde. Er enthält eine Sammlung von 811 Rezepten und zählt 700 verschiedene tierische, mineralische und pflanzliche Stoffe auf.
Auch die griechische Kultur hatte ein großes Wissen um Heilpflanzen, das sie in Verbindung mit ihrer Religion ausübten und streng geheim hielten. Erst mit der Zeit wurde die Anwendung der Heilkräuter an den Philosophenschulen offen gelehrt.
Mit dem griechischen Arzt Hippokrates (460- 377 v. Chr.) erreichte die Pflanzenheilkunde der Griechen ihre Blütezeit.
Hippokrates verstand Gesundheit und Krankheit als Gleichgewicht, wobei Lebensweise und Ernährung entscheidend sind. Er verbreitete seine Theorie von der vier- Säfte- Lehre. Nur durch ein Gleichgewicht dieser vier Säfte, Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle, könnte die Gesundheit erhalten werden. Sein Ziel war es also vorbeugend zu heilen und Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Als Therapie benutzte er die „Heilkraft der Natur“.
Später faßte der griechische Arzt Galen (131-201 n. Chr.) , einer der größten Ärzte der Antike, das Wissen seiner Zeit zu einem Lehrsysthem zusammen. Zudem entwickelte er die verschiedenen Darreichungsformen der Phytotherapie, wie Tinktur und Salbe. Bei Ihm findet man zum ersten mal die Verbindung von der Pflanze und ihrer pharmakologischen Wirkung.
Im frühen Mittelalter waren es die Benediktiner - Mönche die die Heilpflanzenkunde, nördlich der Alpen bekannt machten. Sie legten Kräutergärten an, in denen sie auch Pflanzen heranzogen, die bis dahin in der Region völlig unbekannt waren. Die Medizin der Mönche bezog sich sowohl auf antikes- als auch auf das Naturbezogene germanisches Wissen.
Der römische Kaiser Karl der Große (742- 814) und sein Sohn Ludwig der Fromme ( 778- 840), erließen in ihrem Reich eine Landgüterverordnung,, in der sie den Befehl gaben, in Klöstern und Bauernbetrieben, Kräutergärten an zu legen.
Für die weitere Entwicklung der Phytotherapie war auch die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098- 1179) verantwortlich. In ihrem naturheilkundlichen Werk „Physika“ beschreibt sie über 300 pflanzliche Mittel. Bei ihrer Heilkunde ging es ihr weniger um die therapeutische Behandlung von Krankheiten, sondern um einen vernünftigen Lebensstil.
Bekannt für seine Heilpflanzenforschung ist auch der deutsche Arzt Paracelsus ( 1493-1541) . Er studierte an italienischen Hochschulen und erforschte die Einwirkungen des Mondes auf Heilpflanzen. Für ihn bestand der Ablauf des Lebens aus chemischen Prozessen. Damit wandte er sich von der hippokratischen Säftelehre ab. Auch von den Heilpflanzen distanzierte er sich, denn er setzte vor allem chemische Mittel, wie Schwefel, Blei und Kupfer ein, um Krankheiten zu heilen. Die Behandlung mit diesen chemischen Mitteln nannte er „Spagyrik“. Zudem erfand Paracelsus die „Signaturlehre“, die besagt, dass bei Erkrankungen der Organe die Pflanzen heilen, die den Organen in Farbe, Form und Aussehen, ähneln.
Die weiteren Autoren des Mittelalters hielten sich im Grunde genommen an die Erfahrungen von Galenos und ergänzten sie höchstens mit eigenen Meinungen.
Neuen Aufschwung bekam die Phytotherapie erst wieder mit Sebastian Kneipp (1821-1897).
Er sammelte eigene Erkenntnisse über die verschiedenen Kräuter und entwickelte ein Naturheilverfahren das aus fünf Wirkprinzipien bestand. Wasseranwendungen, Bewegungstraining, gesunde Ernährung, harmonischer Lebens- Rhythmus und Heilkräuter. Er therapierte zudem nicht nur mit Kräutertees sondern vor allem mit Pflanzensäften.
Der Mensch erforscht und nutzt die Heilkraft der Pflanzen also schon seit langer Zeit für sich. Doch auch in der Tiernaturheilkunde ist die Phytotherapie bekannt. Schon die alten Ägypter , denen Tiere wie die Katze oder das Rind heilig waren, behandelten diese Tiere mit, der ihnen bekannten, Pflanzenheilkunde. Mit der Zeit sorgte sich der Mensch immer mehr um seine Haustiere. So kommt es, dass besonders in der heutigen Zeit , in der viele Menschen wieder auf die altbewährte Phytotherapie zurückgreifen, auch die Tiere vermehrt mit Kräutern behandelt werden.
Kleine jedoch wichtige Anmerkung und Warnung!!!!!
Wie man sieht beschäftigten sich viele Menschen mit der Phytotherapie. Heute ist sie entweder fast in Vergessenheit geraten oder es wird meiner Ansicht nach zu Leichtfertig damit umgegangen.
Natürlich verlangt niemand das man mit jedem kleinen schnupfen zum Arzt/Apotheker/Heilpraktiker rennt. Doch der unerfahrene Einsatz von Pflanzen birgt Risikos.
Sehr oft hört man den Satz „das ist pflanzlich, ..... das schadet nicht“ !!!!! Das ist absoluter Unsinn!!!!! Denn wo eine Wirkung, da ist auch immer eine Nebenwirkung!!
Auch sogenannte Harmlose Produkte haben einen Beipackzettel mit Nebenwirkungen und diesen sollte man auch lesen! Für viele Menschen mit einer Korbblütler- Allergie ist die Anwendung der „harmlosen“ Pflanze Arnika sehr gefährlich.
Das so beruhigende oft angewandte Johanniskraut kann starke Lichtallergien mit Verbrennungen hervorrufen. Muskatnuss- ein bekanntes Gewürz, kann in zu hoher Dosis tödlich wirken,.......
Auch die Dosierung ist da so eine Sache. Während bei dem einen Baldrian einfach nicht wirken will, ist ein anderer schon längst im „Mir- Ist- Alles- egal - Stadium,“ während wieder andere davon sogar munter werden.
Es ist einfach so das der Menschliche Organismus unterschiedlich reagiert. Jeder Mensch ist ein Individuum. Das muss man berücksichtigen.
Viele Verschreibungspflichtige Medikamente werden aus den Inhaltsstoffen von „harmlosen“ natürlichen Pflanzen hergestellt. Siehe Morphium , Opium, ....
Es sei einfach nur gewarnt das man manche Dinge in die Hände von erfahrenen Heilkundigen Menschen legen sollte, die dafür eine Ausbildung machen mussten.!!!!