Techniken zur Bewusstseinserweiterung:
Jeder der Magie wirken will, oder sich auch nur im mindesten mit ihr beschäftigt, wird um dieses Thema nicht herum kommen, denn das Wirken von Magie erfordert zu allererst Selbsterkenntnis. Diese wiederum kann nicht erlangt werden, ohne die Fähigkeit nach innen zu lauschen und die Grenzen der Aufmerksamkeit vom Tagesbewußtsein auf das Unbewußte, das innere Kind und den Schatten auszudehnen.
Techniken zur Erweiterung unseres Bewußtseins stehen uns mannigfaltig zur Verfügung: Visualisierung, Entspannungstechniken und Meditation, Trance und die Arbeit mit unseren Träumen, um einige zu nennen.
Von oben genannten Wegen sind Meditation und Trance, nicht nur die möglicherweise vielversprechendsten, sondern vielleicht auch die beliebtesten. Doch sind beide von Vorurteilen behaftete Themen. Unter Meditation ist nicht zwangsläufig zu verstehen, die Beine im Lotussitz zu verknoten und gegebenenfalls unter Schmerzen die Versenkung im Nichts und die darauffolgende Erleuchtung zu erlangen. Und Trancetechniken erfordern keineswegs Pflanzen mit psychogener Wirkung zu sich zu nehmen oder ähnliches.
Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Trance oder Meditation sprechen? In welchem „Zustand“ befindet sich der sie Ausübende? Vielleicht überrascht es zu erfahren, dass die durch Trance und Meditation ausgelöste Tiefenentspannung mit medizinischen Geräten, genauer dem EEG (Elektroenzephalogramm) gemessen werden kann?
Während des Wachzustandes, wenn unser Tagesbewußtsein Federführend ist, unsere Sinne sind auf das Außen konzentrieren und wir bereit sind aktiv zu werden, treten sogenannte Betawellen auf (sie schwingen mit 14-30 Hertz, also 14-30 mal pro Sekunde).
Verändern wir jetzt unser Bewußtsein durch Meditation oder Trance, richtet sich unsere Aufmerksamkeit mehr auf unsere Innenwelt, dadurch wird auch die Aktivität des Gehirns meßbar verändert. Es finden sich nun im EEG Alphawellen (sie schwingen nur 7-14 in der Sekunde, also mit 7-14 Hertz). Dieser Zustand ist durch höchst interessante Eigenschaften gekennzeichnet. Wir verfügen in ihm über eine weit gesteigerte Aufnahmefähigkeit für Informationen und ein besseres Speichervermögen, außerdem bietet er unserer Kreativität die Möglichkeit sich zu entfalten, er soll auch eine überaus positive Wirkung auf die Selbstheilungskräfte des Körpers haben und wird darum teilweise auch in Therapien eingesetzt. Nicht zuletzt sollen auch viele außergewöhnliche „Erfindungen“ in diesem Zustand gemacht worden sein, dabei denke ich z. B. an Einsteins Relativitätstheorie.
Trancezustände können übrigens Hirnwellen auslösen, die mit noch geringerer Frequenz schwingen, als Alphawellen, die sogenannten Tetawellen.
Übrigens ist ein meditativer Zustand, wenn unser Gehirn also mit Alphawellen schwingt, gar nichts so besonderes. Jeder Mensch ist jeden Tag mehrmals quasi unbewußt in Meditation oder Trance. Dies geschieht immer dann, wenn wir in Situationen sind, die unsere Aufmerksamkeit so eng mit der Wahrnehmung der Außenwelt (oder um genauer zu sein mit einem bestimmten interessanten Thema) verbinden, dass wir alles um uns herum vergessen. Von manchen, Solche die von ihrer Arbeit so in Anspruch genommen sind, dass sie an nichts anders denken können und darum versäumen ihren eigenen Bedürfnissen nach zu kommen (wie essen, schlafen, trinken etc.), könnte man auch sagen, dass sie sich dabei in Trance befinden.
Um es auf den Punkt zu bringen: immer dann wenn Menschen besonders konzentriert sind, oder ihnen langweilig ist, sie stupide oder automatische Arbeiten ausführen oder irgendein dringender innerer Prozeß stattfindet, der die Wahrnehmung des Außen in den Hintergrund treten läßt, befinden sie sich in einem trance- oder meditationsähnlichen Zustand.
Der willentlich induzierte Trancezustand (oder die Meditation) muß übrigens nicht zwingend in Ruhestellung des Körpers stattfinden. Es gibt einige Techniken die sich verschiedenster Bewegungen bedienen, als Beispiel verweise ich den geneigten Leser auf die Schütteltrance oder Trancetänze.
Auf dem Mark werden solche Mengen von Trance- und Meditationstechniken angeboten, dass ein Überblick manchmal schwer fällt. Um so tröstlicher zu wissen, dass alle nur verschiedene Wege zum gleichen „organischen“ Zustand (Alpha- oder Tetawellen) sind, oder? Wer mit Meditation oder Trance arbeiten will, muß sich auch (da es sich ja um natürliche Zustände handelt) nicht zwangsläufig in die Obhut eines bestimmten Systems von Techniken begeben. Wer sich mit dem Thema eine Weile beschäftigt und für die richtigen Voraussetzungen (Ungestörtheit, Ruhe usw.) sorgt wird früher oder später sowieso eine eigene Technik entwickeln, die ihm hoffentlich einen freien Zugang zum inneren Selbst gewähren wird.